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Ausländische Dividenden versteuern

Wer Dividenden oder Zinserträge bei ausländischen Investitionen erhält, zahlt in der Regel eine Quellensteuer. Die Quellensteuer ist fällig im Land, in dem die Dividenden entstehen. Investitionen im Ausland sind aufgrund von hohen Renditen jederzeit von großem Interesse.

Obwohl Deutschland mit über 80 anderen Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen hat, müssen Sie trotzdem bei Dividenden und Zinserträgen Quellensteuer zahlen. Für die steuerliche Behandlung in Deutschland ist zudem die Abgeltungssteuer maßgebend. Die Abgeltungssteuer wurde 2009 eingeführt und wird bei allen Kapitalerträgen fällig. Um eine Doppelbelastung zu vermeiden, kann die Abgeltungssteuer auf die bereits im Ausland gezahlte Quellensteuer angerechnet werden. Doch auch hier gibt es Grenzen. Ist die Quellensteuer maximal 15 % kann diese vollständig geltend gemacht werden und so werden nur noch der Differenzbetrag fällig. Ansonsten beträgt die Abgeltungssteuer pauschal 10 %.

Wenn Sie eine Dividenden Strategie verfolgen, dann ist das Thema Quellensteuer sehr wichtig.

Freitstellungsauftrag nutzt nicht

Auch wenn Sie bei Ihrem Broker/Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag hinterlegt haben, werden Ihnen im Ausland trotzdem die Quellensteuer abgezogen. Denn bevor die Dividende auf Ihr Konto ausgezahlt wird, entsteht die Quellensteuer und wird vom Auszahlungsbetrag abgezogen.

So sieht die Praxis aus

1. Möglichkeit: Quellensteuer 15 %
Dividende: 1000,00 €
Quellensteuer-Abzug: 150,00 €
Abgeltungssteuer: 100,00 € zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer
Auszahlungsbetrag: 750,00 € abzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer
2. Möglichkeit: Quellensteuer 25 %
Dividende: 1000,00 €
Quellensteuer-Abzug: 250,00 €
Abgeltungssteuer: 100,00 € zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer
Auszahlungsbetrag: 650,00 € abzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer
Mehrbelastung: 100,00 €

Wie man sieht entsteht bei Möglichkeit und einer Quellensteuer über 15 % eine Mehrbelastung. Diese Mehrbelastung ist für den Steuerzahler jedoch nicht mehr "anrechenbar" sondern "erstattungsfähig".

Erstattung anfordern

Sobald Ihnen eine Mehrbelastung entsteht, können Sie beim jeweiligen Finanzamt im Land, in dem Sie die Quellensteuer gezahlt haben, eine Erstattung anfordern. Auf der Webseite der Bundeszentrale für Steuern erhalten Sie eine Übersicht der Adressen und Anforderungen zur Anforderung der Mehrbelastung. Zudem finden Sie auch die aktuellen Quellensteuern der verschiedenen Ländern.

Lohnt sich die Erstattung?

Um eine Erstattung zu beantragen, entsteht Ihnen ein zusätzlicher Aufwand. Zum Teil ist dies auch mit Kosten verbunden, und natürlich mit Ihrer Zeit. Ob sich der Rückerstattungsantrag lohnt müssen Sie von Fall zu Fall sehen. Jedes Land stellt andere Anforderungen an den Erstattungsantrag der Quellensteuer. Bevor Sie in ausländische Unternehmen investieren, sollten Sie sich auch vorab über die Höhe der Quellensteuer informieren und ggf. Ihre Kaufentscheidung bekräftigen oder entkräften.